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ThüringenULTRA - 100 km im grünen Herzen Deutschlands

Thumbshot von thumber.de Der ThüringenULTRA ist ein Ultralauf auf einem anspruchsvollen 100 km Rundkurs mit über 2150 Höhenmeter. Er überquert 2 mal den Rennsteig und verläuft auf landschaftlich reizvollen Feld-, Wald- und Wiesenwegen. Eine Radbegleitung ist möglich. 16 Verpflegungspunkte sorgen für den notwendigen Energienachschub. Mit der angebotenen 2er Staffel (2 x 50 km) oder 4er Staffel (4 x 25 km) ist der ThüringenULTRA auch für Teams interessant.

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Ein Erfahrungsbericht von: Gerd Müller
Thüringenultra – Himmel und Hölle zugleich !

Am 05. Juli 2008 war es (endlich?) so weit. Punkt 4 Uhr wurden die Läufer, die die gesamte Strecke als Einzelkämpfer bestreiten wollten, auf die Reise geschickt. Das Wetter war zwar für mich mit 8 Grad schon fast zu kalt, aber es wurde schnell angenehmer. Die Dunkelheit der ersten paar Kilometern störte mich nicht. Ich lief von Anfang an ein für meine Verhältnisse forsches Tempo. Denn mir war klar, dass ich die Zeit, die ich am Anfang wegen übertriebener Vorsicht liegenlassen würde, nicht wieder aufholen würde können. Denn ich bin ein schwacher Bergläufer und werde das wohl auch bleiben!

Ich fühlte mich gut und wartete auf die Höhenmeter. Diese kamen schon im ersten Abschnitt. Ein kurzes Stück musste ich schon Gehen, da es zu steil war. In solchen Fällen ist das auch wirklich besser. Man spart mehr Kraft, als man an Zeit verliert. Wie viel Kraft man noch brauchen würde, sollte ich bald brutal erkennen müssen! Bald war die erste Wechselstelle der Staffeln - die Ruhlaer Skihütte – erreicht. Mein »Fanclub« (Frau, Tochter, Schwiegersohn in spe und dessen Eltern) begrüßte mich lautstark und verabschiedete mich nach wenigen Sekunden schon wieder. Der zweiter Abschnitt (km 24 – km 51) stellte schon höhere Anforderungen an jeden Einzelnen. Es kamen die Berge. Ich kam mehr oder weniger gut damit zurecht. Besonders versuchte ich immer wieder, meine Stärke auszuspielen – das Bergablaufen . Leider waren die Bergabstrecken manchmal so steil und so steinig, dass auch dies viel Kraft kostete! Zum Glück hielten meine manchmal sehr empfindlichen Fußsohlen diesen Belastungen bis zum Schluss stand.

Der letzte Teil des 2. Abschnittes war dann eine große Verlockung zur Verletzung des Taktikplanes. Ein schmaler Asphaltweg (eine ehemalige Bahnstrecke) verlief landschaftlich ganz toll in einer Art Schlucht durch die Berge. Da es etwas bergab ging, verlockte es geradezu, über seine Verhältnisse zu laufen. Ich jedenfalls tat dies und machte richtig Druck bis nach Floh-Seligenthal.

Meinen Fehler erkannte ich schon kurz danach – denn es ging nur noch nach oben – und wie! Oben angekommen war ich völlig breit und brauchte zum ersten Mal meine ganze Willenskraft. Mein Ziel, unter 12 Stunden, hatte ich schon abgeschrieben. Ich sah überhaupt nicht mehr auf die Uhr. Das war mir egal – ich wollte nur ins Ziel kommen! Als ich Finsterbergen endlich erreichte, sah ich nach Meinung derer, die mich dort erwarteten, besser aus, als an den Stellen vorher. Gut, dass sie nicht wussten, wie ich mich fühlte. Als »Trost« hatten sie eine Fahne für mich gemalt auf der stand »Nur noch 25 km!«

In Finsterbergen bekam ich auch einen Radbegleiter. Manfred Haferanke vom Verein »Lauffreunde Gotha« war mit dem Fahrrad da und erklärte sich spontan bereit, mich auf den letzten 25km mental zu unterstützen. Von dieser Stelle aus nochmals: Danke, Manfred! Auf jeden Fall war es eine Hilfe, denn diese km waren noch mal sehr schwer, denn jetzt kam die gnadenlos brennende Sonne als Belastung dazu. Die vielen völlig freien Flächen waren eine echte Belastung und stellten an die Willenskraft nochmals erhöhte Anforderungen!

Gleich nach Finsterbergen überschlugen wir die Zeit uns stellten fest, dass es doch noch klappen könnte, wenn ich einen großen Teil der restlichen km laufen würde. Das tat ich dann eben ganz einfach – wenn es doch nur so einfach gewesen wäre. Ich musste mich richtig quälen! Aber die Aussicht, unter 12 Stunden zu bleiben, ließ mich so gut durchhalten, wie ich es noch paar Stunden vorher nicht für möglich gehalten hätte. Den letzten »Schub« bekam ich von der tollen Stimmung an der Getränkestelle bei km 95. Der Sprecher dort verstand es aber auch, die Läufer noch mal anzufeuern. Die tolle Musik tat ein übriges. Als ich diese Stelle wieder verließ, staunte ich beim Kontrollblick zur Uhr: »Mann, jetzt hast Du ja noch fast eine Stunde Zeit für 5 km!«
Jetzt war jeder Kilometer ausgeschildert und ich merkte nochmal so richtig, wie lang doch so ein Kilometer sein kann !

Bald aber stand auf dem Schild: Ziel in 500 Metern! Diese Meter entschädigten für viel. Der direkte Zieleinlauf war dann ein einziger Adrenalin- und Endorphinschub!!! Der Beifall der zahlreich anwesenden Zuschauer und die Glückwünsche waren der Lohn! Der Himmel nach vorangegangenem Durchlebens der Hölle!

Mit der Zielzeit von 11:30:11 h war ich mehr als zufrieden. Das hätte ich nicht im Traum für möglich gehalten. Diese Zeit bedeutete Platz 32 in der Gesamtwertung und den Sieg in der von mir in diesem Jahr erreichten Altersklasse m60!

Vielen Dank an Gerd Müller für diesen Bericht.


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berichte und den Meinungen des Verfassers.
Die Inhalte des Erfahrungsberichtes spiegeln ausschliesslich die Meinungen und Erfahrungen des Verfassers wieder und unterliegen keiner Zensur.
Informationen

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19.07.2008

16.07.2011

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